8 Internal & External Elements of development
Hier die 4 inneren und 4 äußeren Elemente die ständig weiterentwickelt werden sollten
Innere Elemente:
1) Emptiness
2) Stillness
3) Sinking
4) Softness
Äußere Elemente:
1) Technique
2) Power
3) Timing
4) Angle Structure
Hier die nähere Betrachtungsweise der einzelnen Elemente.
Emptiness; "die Leere" steht für das leeren der Gedanken.
Bevor der Wing Chun Praktizierende eine Form beginnt, hört er auf an
irgendwelche Sorgen, Nöte, Freuden, Aktivitäten usw. zu denken. Einen kurzen
Augenblick denkt er an gar nichts und atmet tief und ruhig. Nun ist er
vorbereitet konzentriert seine Form zu laufen. Diese Vorbereitung ist besonders
wichtig wenn die Form bewertet wird. Das kann von einem Prüfer, von
Wertungsrichtern bei einem Turnier oder von Zuschauern bei einer
Demonstration/Vorführung sein. Wenn ein Trainierender eine längere Zeit eine
schwierige Trainingseinheit absolviert wird er oft schlechter. Eine kurze "Emptiness"
Pause hilft oft über den Konzentrationsmangel hinweg.
Stillness;
"die Ruhe/Stille" steht zum einen für den eigenen, zum anderen für
fremden, Lärmpegel. Der Praktizierende sollte während des Trainings nicht
sprechen da es seine Konzentration stören würde. Möglicherweise stört er
auch die Konzentration seiner Trainingskameraden, was noch schlimmer wäre.
Genau so sollte man darauf achten das andere sich "ruhig" verhalten. Natürlich
muss man unterscheiden ob jemand Ernsthaft für ein bestimmtes Ziel trainiert
oder ob Wing Chun ausschließlich ein Hobby ist. (einen neuen Bekanntenkreis
aufbauen möchte usw.)
Sinking; "das sinken" steht für den tiefen Stand im Wing Chun.
Der Wing Chun Praktizierende steht "tief" um seinen Schwerpunkt zu
senken. Ein niedriger Stand ist erforderlich um die nötige Stabilität für
Yin
Yang Bewegungen wie Blöcke und Schläge optimal ausführen zu können. Die
Siu Leem Tau Form eignet sich am Besten dazu "Sinking" zu fördern,
weil diese Form weder Schritte noch Tritte beinhaltet.
Softness; "die
Weichheit/Zartheit" steht für für das entspannte bewegen der Muskulatur.
Der Körper bleibt entspannt bis zu dem Augenblick da Anspannung nötig ist.
Beim Fauststoß zum Kopf des Gegners bleibt der Arm und die Faust völlig
entspannt bis kurz vor dem auftreffen. Erst jetzt wird die Faust fest
geschlossen, die Finger vom Daumen unterstütz. Die Unterarmmuskulatur wird
dadurch ebenfalls angespannt. Zuletzt der Armstrecker. (Trizeps) Auf diese
Weise kann der Praktizierende seinen Arm schnellstmöglich bewegen und eine hohe
Schlagkraft ausbauen. Ein Arm der von seiner Ausgangsposition bis zum auftreffen
angespannt ist erzielt weder die Geschwindigkeit noch die mögliche
Schlagwirkung. Analog zu diesem Beispiel sind alle Schläge, Tritte und Blöcke
auszuführen.
Technique; "die
Technik/Ausführung" steht für das Bestreben jede einzelne Technik so
perfekt wie nur möglich auszuführen. Die "Grundschule" ist das A und
O im Wing Chun. Umso gründlicher die Grundtechniken gelernt und trainiert
werden desto besser wird der Wing Chun Mann/Frau werden. Mangelnder Einsatz bei
dem bemühen die Technik 100%ig Korrekt auszuführen wird oft zweierlei
"bestraft". Zum einen wird sich der Trainierende in regelmäßigen
Abstand quälen Fortgeschrittenes zu erlernen und es wird immer unsauber
aussehen. Ein weit folgeschwererer Fall ist der Zweikampf auf der Straße. Um
auf der Strasse bestehen zu können muss man vorher 100%ig trainiert haben, weil
der Adrenalinspiegel, Nervosität, Angst, Wut aber auch die Umstände wie
Beleuchtung, Kleidung, Bodenbelag usw. nehmen bis zu. 30% der Möglichkeit sich
zu verteidigen. 70% reichen für Selbstverteidigung. Wenn der gleiche Fall aber
eintritt und der Praktizierende halbherzig seine Techniken trainiert hat,
bleiben für die Auseinandersetzung möglicherweise nur 50% übrig. Das ist
möglicherweise nicht genug!
Power; "die Kraft/Stärke" steht zum einen für die
Konzentration auf den Punkt wie es bereits auf dieser Seite erläutert wurde.
Die Kraft im richtigen Moment einsetzen. Stellen Sie sich einen Boxkampf vor
indem einer der beiden Kämpfer die ganze Zeit über "angespannt" ist.
Er wird zum einen wesentlich langsamer und zum anderen sehr schnell
konditionelle Probleme bekommen. Ein weiter Aspekt ist die physische Verfassung
des Praktizierenden. Sind zwei Gegner gleich "gut" wird derjenige mit
der größeren Kraft und besseren Kondition siegen. Dafür wirken sowohl das
Herz-Kreislauf (z. Bsp. Laufen) und ein gewisses Maß an gezieltem Krafttraining
(mit Gewichten) fördernd.
Timing; "zeitliche
Abstimmung/richtiger Zeitpunkt" steht für "das Richtige" im
richtigen Augenblick tun. Im Wing Chun gibt es sechs verschiedene "Timings"
die dem Wing Chun Praktizierenden sowohl beim freien Training/Sparring mit
dem Partner als auch im Straßenkampf behilflich sein können. In
Partnerübungen lassen sich die "Timimgs" am Besten verbessern.
Angle Structure; "die Winkel
Struktur" steht für die richtige Hand- Arm,- Körper,- und Beinhaltung.
Das trifft besonders auf den Wing Chun Schüler der die Techniken neu lernt zu.
Er lernt Body Unity, seinen Körper als eine Einheit
zu bewegen. Weiterhin lernt er Yin Blöcke auf die Self- Centerline (eigene
Zentrallinie)
exakt auf einem Winkel von 45° von der Centerline auszuführen. Der Dummy und
der Rattanring sind außer dem Partner die gute Möglichkeiten Angle Structure
zu verstehen und zu verbessern. Wenn der Praktizierende nicht im richtigen
Winkel zum Dummy steht können viele Techniken nicht ausgeführt werden. Der
Rattanring verhindert "falsche" Winkel durch seinen Durchmesser.
Wichtig hierbei ist jedoch die richtige Größe des Ringes. Bis 180cm
Körpergröße sollte der Ring nicht größer als 35 cm sein. Es gibt zwei Arten
von Angle Structure; Self- und Applied. Sowohl die eigene wie die angewandte
Winkel Struktur kann gleichzeitig bessert werden. Spiegel,- und
Rattanringübungen fördern die Self Angle Structure, während Partner und
Dummyübungen die Applied Angle Structure fördern.